Geburtstagsdilemma

Liebe Leser,
ich habe mich lange nicht gemeldet. Es ist viel passiert im letzten Jahr. Ich bin umgezogen, war lange im Krankenhaus, habe die Diagnose MS (Multiple Sklerose) erhalten.
Meine Beziehung zu T. besteht fort. Mehr schlecht als recht.  Seine Familie wird immer ablehnender, seine Kinder beschimpfen mich als Scheiß Dreckshure, Pläne für die Zukunft sind immer noch nicht greifbar.

Ja …seit etwa einem halben Jahr will er mich unbedingt Heiraten, lieber jetzt als später, denkt, dass sich alle Probleme damit lösen.Aber ich blockiere.

Es gibt noch zu viel, was uns aufhält.

Bei einem Problem könnt ihr mir helfen. Sagt mir eure Meinung.Gerade heraus. Ungefiltert.

Ich bin seit 5 1/2 Jahren mit T. zusammen. Fernbeziehung. Immernoch.

Ich habe genau am selben Tag wie sein ältester Sohn Geburtstag.
Ich bin genau 20 Jahre älter.

Und da beginnt das Dilemma.
Noch nie war T. an meinem Geburtstag bei mir. Meist kam er etwa ein bis zwei Wochen später. Zum Teil hat es kaum für ein paar liebe Worte auf Skype gereicht, weil er ja mit seiner Familie feierte und die mich nicht leiden können.

Immer alles mit der Begründung, dass ja sein Sohn Geburtstag hat und er noch ein Kind ist.

Das sehe ich ein.
Seit 6 Geburtstagen. Es ist traurig für mich, weil ich mich nach T.s Anwesenheit sehne, weil mein Geburtstag für mich etwas besonderes ist, ein Tag an dem ich inne halte, mich nicht wie den Rest des Jahres nur durchkämpfe. Aber ich sehe es ein.

In diesem Jahr wird sein Sohn 18. Er ist damit erwachsen.

Ich wünsche mir von T., dass er an meinem 39. und vor allem 40. Geburtstag bei mir ist.
Vor allem, nachdem ich 7 Jahre gewartet habe.
Vor allem, weil ich nicht weiß, wie viel Spielraum mir die MS noch gibt, wie viele Jahre sie mir noch lässt.
Vor allem, weil ich denke, wenn er irgendwann tatsächlich mein Mann ist, sollte es normal sein,dass er in guten und in schlechten Zeiten an meiner Seite steht.

Er denkt, ich sollte zu ihm kommen an dem Tag. Dann wäre es gelöst.
..aber als Lehrerin, kann ich nicht einfach mal so frei nehmen.
…aber mein Kind und meine Familie wäre nicht bei mir.
…und er müsste sich trotzdem entscheiden, weil seine Familie eine Feier mit mir nicht möchte. Am Ende, wäre ich an meinem Geburtstag ganz allein.

Ich wünsche mir, dass er mit mir feiert. 39. und 40. Geburtstag.

Ist mein Wunsch moralisch so verwerflich?
Wie würdet ihr entscheiden?

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Liebe Kollegen, liebe IBM,

ihr freut euch sicher, dass  mein  Mann so fleißig ist. Von 08:00-18:00 arbeitet  er in eurem Büro, danach auch  gern nochmal  für 2-3h am Abend Zuhause.  Oft hat er auch schon nachts am Küchentisch die letzten Arbeiten gemacht und ist vor dem Laptop eingeschlafen. Nur, damit er im Morgengrauen so gegen 5:00 das wirklich letzte erledigen  konnte,  bevor er wieder zu euch kommt. Ich hab es sogar schon  erlebt,  dass er mit euch mitten in der Nacht telefoniert hat.
Jetzt hat er seit 4 Tagen Urlaub. Das wisst ihr. Aber ihr schickt immernoch  Anfragen und er schließt wirklich nur noch am ersten Urlaubstag die letzten Fälle ab und schickt euch die wichtigsten Informationen,  damit ihr alleine weiter machen könnt. Nur schnell ganz schnell.
Es hat nur 6h gedauert, bis wir  endlich  los konnten. Aber wir haben ja keinen Flieger verpasst und sind auch gerade noch so pünktlich  dagewesen, dass wir  noch Abendessen  bekommen haben. Auf der Autofahrt haben  wir  noch die letzten  Sonnenstrahlen für unseren  Urlaub  erhascht. Jetzt  regnet es seit 3 Tagen.  Aber gut für meinen Mann, der hat sich vorgestern mit offizieller Erlaubnis der IBM ein WLan Passwort für 40€ gekauft und inzwischen  schon wieder  9h das wirklich  allerletzte für euch gemacht. Wenn er möchte,  darf er gern arbeiten.

Lieber Geri, lieber Andre, lieber Marc, liebe  Sarah und wie ihr alle heißt, es ist 09:40. Ich würde gerne frühstücken, mein Sohn wartet auch bereits, aber mein  Mann arbeitet mit euch.

Vielen  Dank und liebe  Grüße
Eine Frustrierte

PS:    Es ist 11:35. Wir haben  gefrühstückt.  Er hat mir andächtig  und  schockiert gelauscht, was Arbeitssucht bedeutet. Er hat einen Test bei der AOK gemacht. Volltreffer. Er war betroffen. Sehr. Wirklich  sehr.
So sehr, dass  er jetzt wirklich  nur noch bis um 12:00 das aller-aller-allerletzte erledigt.

Den Rest macht er dann wirklich erst heute  Abend.

PPS: Wenn es wirklich Arbeitssucht ist,  werdet ihr  auch noch so viel Spaß  mit ihm wie ich. Es endet mit Antriebslosigkeit, Konzentrationsmangel, Fehler im Beruf – Burnout. Herzinfarkt und  Schlaganfall sind dann das Sahnehäubchen.

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Dre-ngo (Roasted Rice)

I love tibetan food.

Simply Tibetan, Simply Delicious

Who doesn’t love Dre-ngo ? Has it been a while since you had some ? You love it but don’t know how its made? Well, today’s your lucky day – I’m here to tell you how to make it!!!

photo

While I was in Dharamsala last month, I came across an old Tibetan lady, with small spread of a few of bags of dre-ngo, chura, and tsampa in a makeshift shop, right in front of the Tsuglakhang gate. I was in quite a bit of a hurry but the dre-ngo immediately caught my eye and I had to stop.  I said, “Amala, dre-ngo shimdo khapo chig du – drowa ta na digi rey pey ?” (Amala, Dre-ngo looks very good, can I have a taste?). She leans over and pulls one bag over, unwraps the knot, opens it and offers me a taste, “Here, taste it – its fresh and very…

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Erinnerungen

Irgendwie  war alles ein wenig  viel in letzter  Zeit.  22 Elterngespräche, das Kribbeln in den Beinen,  die Weihnachtsaufführung in der Schule, der Einbruch, L.s Krankheit  und  sein Aufenthalt  im  Krankenhaus.  Stoisch habe ich alles geregelt, ertragen und  in mich reingefressen. Zu viel so hat mein Körper  entschieden und der Arzt hat mich ins Krankenhaus  überwiesen.

Eigentlich  sollte  es nur eine Lumbalpunktion  werden. Eigentlich. Am Ende waren es dann doch noch etwa 20 Blutproben, 2 MRT, 1 ENG, 1 MEP, 1 VEP, Anamnesen und etwa 8 verschiedene Medikamente.  Darunter 2 verschiedene  Antibiotika und Steroide. 1g pro Tag intravenös. 3 Tage lang. Wenn ich vorher geglaubt  habe, ich würde im Krankenhaus  verrückt,  weil  dort nur alte, hilflose  Menschen  lagen, die Ärzte und Pfleger kaum Informationen  zu  meinen Untersuchungsergebnissen herausrücken und ich größtenteils wieder allein alles in mich reinfrass, wusste ich jetzt was Panik bedeutete.

Etwa einen Tag nach  dem  ich die  Klinik  verlassen  hatte, begann es. Ich hatte nicht damit gerechnet.  Froh das ich L. endlich  wieder hatte und  hoffnungsvoll  in die Zukunft blickend, dass ich auch T. bald wieder in die  Arme  schließen  könnte, erwischte  mich der Entzug eiskalt.

In der Klinik hatte man nach 3 Tagen aufgehört mir Steroide zugeben. Die Dosis wurde abrupt  abgesetzt. Kein Ausschleichen. Die Panik kam plötzlich.  Ich wollte Zähne putzen, als das Herzrasen und die Angst begann.  Mein Puls war niedrig. Ich wusste  nicht  was ich machen  sollte.  In dem Moment riefen  S. meine beste Freundin,  meine Mutter und T. gleichzeitig  an. S. merkte wie ernst es war und schickte ihren Mann, mich und meinen Sohn abzuholen.  Die Nacht verbrachten wir in ihrer Obhut.

ICH DANKE DIR SCHATZ, DAS DU IMMER  FÜR MICH DA BIST. EINE FREUNDIN WIE DICH SCHICKT  DER HIMMEL.

Am Tag darauf wähnte ich mich auf dem Weg der Besserung. Nachdem  sowohl Hausarzt, als auch Neurologe meinten, es handele sich um übliche Absetzerscheinungen und der Tag ruhig verlief, erwischte  mich die Nacht eiskalt. Zum Herzrasen kamen Zittern, Schmerzen und das Gefühl, verschiedene Körperteile wären taub. Meine Mutter war bei mir und passte auf mich und L. auf.

Ich dachte, ich würde die Nacht nicht überleben. Im Dunkel saß ich  im Bett und flüsterte zu meiner  Mama:”Mutti, bitte lass mich nicht allein.”

Am Morgen  ließ  ich L. von meinem Ex H. abholen. Ich wollte, dass er sicher ist, sich keine Sorgen macht. Ich gab H. auch letzte Wünsche für L. mit. Ich war mir icher, ich würde das nicht überleben.

Mit meiner Mutter zog ich in die Notaufnahme.  Erst hier erfuhr ich nach zwei Tagen  das letzte Ergebnis  meiner Untersuchungen  und wann ich die restlichen  Tabletten  absetzen dürfte.

DANKE MAMA, DASS DU DA WARST.

Im Laufe der Woche normalisierte sich alles wieder. Die Sehnsucht nach L. und T. wuchs und ich wünschte  mir nichts sehnlicher, als beide in die Arme zu schließen.

Auf T. warte ich noch heute. In wenigen Tagen ist Losar, das tibetische Neujahr. In genauso wenigen Tagen beginnen die Winterferien. Ich wollte L. und die Koffer schnappen und zu T. reisen.

Doch diese Pläne sind hinfällig. Nun weiß  ich  nicht  mehr,  was ich machen soll.

T. sehnt sich nach mir. Seine Familie  kann gut und gerne auf mich verzichten. Besonders an Losar. Ich bin ein guter Mensch, aber die Chemie stimmt nicht. So einfach ist die Sache.

Ich habe mich bemüht, seit dem ersten  Treffen in dem ich im babylonischen Sprachengewirr untergegangen bin und  mich wie ein verängstigtes Tier vor dem Jäger gefühlt habe, bin auf sie zu gegangen, habe geholfen, war höflich, habe abgewartet, dass sie einen Schritt in meine Richtung  machen.

ABER DIE CHEMIE STIMMT  NICHT.

T. sagt er verbringt das Fest mit mir, ohne seine Familie.  Sie sollen endlich merken ,wwie wichtig ich ihm bin. Nach fünf Jahren.

ABER IST DAS RICHTIG?

 

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Stirnchakra

Ich war beim Yoga. Zum zweiten Mal in meinem Leben. Das erste Mal  habe ich nur mitgemacht,  weil man mir im Fitnesscenter  versprochen  hat,  sanft mit mir umzugehen und  mich nicht  verknotet heimzuschicken. Beim zweiten  Mal, war da schon der Wunsch, ich könnte beweglich  und vital nach Hause  gehen, Vater des Gedanken.  Und ich werde auch sicher noch ein  drittes Mal  dort landen, weil ich das Gefühl habe,  es entspannt. Beide Trainer sind sehr einfühlsam, gehen langsam vorwärts und erklären Techniken  und  Begriffe, obwohl  ich  fast die einzige Anfängerin  im Kurs bin. Von den  Begriffen versteh ich trotzdem  nur die Hälfte. Da schweben Asanas, Chakren und andere Worte durch die Räucherstab geschwängerte Luft und die leise dahinfließende Musik flüstert mir zu: “Du hast gar keine  Ahnung!”
Eine Tatsache,  die ich  gerne  zugebe. Mit dieser Art esoterisch angehauchten Kurs habe ich eigentlich  nichts am Hut. Ich habe es nicht mal geschafft, meinen Rückbildungskurs durchzuziehen,  weil da für meinen Geschmack zu viele alternative Mamis im Wollpulli und Jesuslatschen die knallharten Fakten von “fressen und gefressen werden”ignorierten und ihren Kindern größtmögliche  Freiräume gaben.
Im ersten  Kurs begannen  wir mit einer  Meditation.  Die Trainerin  redete von Entspannung  und  Loslassen.  Ich fragte mich nur, wie ich das bei  diesem  ständigen Gerede hinbekommen  sollte. Weil ich mich nach dem Training  wenig  ausgelastet  und  zu entspannt  fühlte, trainierte ich einfach wie  gewohnt  noch eine Stunde  an den  Geräten. Am nächsten  Tag  hatte ich  im ganzen  Leib Muskelkater.
Beim zweiten  Training  gelang es mir schon besser, die Stimmen im Kopf auszuschalten.
Ich entspannte, atmete in drei Kammern, grüßte  die  Sonne und  legte mich zum Schluss  zufrieden  auf die  Yogamatte. Wir schlossen  die  Augen,  fokussierten unsere Körperteile und  schließlich  drückte der Trainer uns etwas in die Hand, das wir mit unserem inneren  Auge erkunden  sollten. 

Rauh oder glatt,  kalt oder warm, schwer oder leicht…Es war ein Stein, es war ein Stein, es war ein Stein!  Bis ich herausfand, dass es eine  Kastanie war, war es ein Stein.

Meine Augen blieben weiterhin geschlossen.  Ich hörte, wie der Trainer sich bewegte. Er sprach leise mit anderen,  ging von Schüler zu Schüler und schmierte mir schließlich  ein Aromaöl  mitten auf  die  Stirn.

Falsch! Es war nicht in der Mitte.  Als er meinte,  wir sollten uns  jetzt auf unser Stirnchakra konzentrieren, kam Asperger wieder  zu Besuch.
Die Stimme  im Kopf meinte: “Das Öl ist nicht in der Mitte. Es ist nicht in der Mitte! Wie soll man  sich  da konzentrieren,  wenn es schief ist.”

Ich bemühte mich trotzdem,  kein  Spielverderber zu sein, und versuchte es halbherzig. Plötzlich wurde es schwarz vor meinen Augen.  Die lustig bunten Flecken verschwanden  und  es war richtig  schwarz. Zufrieden bestaunte ich dieses Schwarz. Von innen schaute ich mir es an und fand es perfekt.  Doch aufeinmal öffnete  sich  ein Loch und es wurde LILA. Zwischen  meinen  Augen  wurde es LILA. Ich hab es gesehen. Nicht mit meinen Augen. Da war es immernoch schwarz. Die neue Öffnung auf meiner Stirn sah Lila. Die Augen kontrollierten stetig, ob das Schwarz noch da war und der Geist bemühte  sich den Lila Fleck zu halten, in eine Form zu bringen. Der Trainer  hatte  gesagt, die Chakren wären wie Strudel. Warum war es bei mir nur ein Fleck?
Das Schwarz blieb, der lila Fleck hatte sich entschlossen wandeld umher zu schweben – mal mehr, mal weniger intensiv. Dass ich versuchte, ihm zu sagen, ich wäre Realist und müsste ihn empirisch untersuchen,  interessierte ihn nicht und er verschwand nach etwa 3 Minuten. Erzählt, habe ich davon nicht  Vielen.

Ich hab mir stattdessen eine neue  Yogahose gekauft  und  geh bald  in den  nächsten  Kurs. Vielleicht  hat das Chakra ja dann mehr Interesse,  sich untersuchen  zu lassen.

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Herr D.

Herr D. weißt  du  eigentlich,  wie du mein Leben immer wieder auf den Kopf stellst?
Ich hab  manchmal  keine  Ahnung, wie  das noch weiter  gehen soll mit uns. Nachdem ich  nun vor zwei  Wochen einen endgültigen Schlussstrich  unter die noch anhaftenden Vergangenheit  machen konnte  kam ich  mit meinem  Sohn, einem  großen  Koffer und gemischten  Gefühlen  zu  dir. Ich hatte keine Ahnung, wie  es  mir ging, wie unsere Zukunft werden würde, wie du mich empfangen würdest.
Trotz der Tatsache, dass  du  wieder 15min zu spät  am Bahnhof  warst, war ich ruhig, sogar entspannt, bei unserer Ankunft.
Ich hatte, das Gefühl,  dass ich  diesen Teil von dir nicht ändern kann und werde.

Im Glattzentrum hast du  dich die ganze  Zeit  an mich geklammert,  während  wir den Wochenendeinkauf erledigt haben. Du hast mich nicht  aus den Augen gelassen Herr D.
Weißt  du  das?

Zuhause  hat das übliche  Chaos mich erwartet. Du hättest sauber gemacht, hast du erzählt, als du zu spät  beim Bahnhof vorgefahren  kamst. Diese Aussage stimmte. Betraf aber nur den Boden, das Bad und den Herd.  Sonst lagen überall  Papiere und Bürokratie herum. Sogar auf UNSEREM Bett. Ich habe  dir gesagt,  dass ich mich fühle wie im Vorhof zur Hölle und  habe  begonnen  aufzuräumen.
Du hast mich gebremst, hast gesagt,  du würdest das später machen und dass  es  nicht meine  Aufgabe  wäre.
Doch diese Sprüche kenne ich  seit viereinhalb  Jahren. 

Nichts passiert später. Nie…

BIS JETZT

Am nächsten Morgen  hast du  dreieinhalb Stunden  das Schlafzimmer aufgeräumt.
Und  ich muss sagen: ICH BIN STOLZ AUF DICH.

Du hast den Vorhof zur Hölle zu einem  Zuhause  gemacht.

Am Nachmittag  waren wir auf  dem Uetliberg.
Du hast mich geschoben,  wenn ich keine Puste mehr hatte, mit mir gelacht, mich umsorgt. Du hast meine Hand gehalten, als ich Höhenangst hatte, hast meinen Rucksack getragen und warst der Mann an meiner  Seite.  MEIN MANN.

SO GLÜCKLICH WAR ICH NOCH NIE ZUVOR.

Es war Alltag, es war Glück. Nicht überschäumendes, übermütiges Glück. Es war bodenständig,  zuverlässig  und  geborgen.

Wenn ich  mich an diese Ferien zurück erinnere, denke ich daran.  Denke an deine warme Hand, auf meinem schmerzenden Bauch, an das Glück neben dir einschlafen zu können und  nachts zu erwachen, nur um dir zu sagen, dass  ich  dich liebe. Ich denke an leuchtende Augen und Magenbrot, an einen Mann der an Morgen  glaubt und  nicht  nur  im Heute lebt.

Den Streit von gestern  Nacht, will ich  vergessen…  ENTSCHULDIGUNG  BABY!
..denn ich liebe  dich.

Ich will nur mit dir zusammen  leben  Herr D.
NUR MIT DIR!

Denn alles andere macht keinen Sinn.  
Wenn ich  die Schweiz  verlasse, ist mein  Koffer schwer. Die verpackte Heimat macht sich beim Tragen bemerkbar. Blätter vom Weg zur Migros, Steine vom Uetliberg, ein T-Shirt von dir, ein paar Socken, Eicheln…Wenn ich  schon dich nicht bei mir haben kann, so zumindest Kleinigkeiten  aus deiner Umgebung, die  nur ein  achtloser  Blick deiner schönen Augen adelt und damit für mich zu einer wertvollen  Kostbarkeit  macht.

Auch wenn  ich mich Tag für Tag  allein durchkämpfe, habe ich  Angst davor, allein zu sein. ANGST, OHNE DICH ZU LEBEN.

Ich glaube,  in mir gibt es ein kleines  Zählwerk, das täglich registriert,  ob genug Zuneigung  meine  Speicher  gefüllt hat. Seit ich  dich kenne,  lässt sich dieser Vorrat viel schwerer füllen. Das System ist geeicht auf deine Berührungen,  Blicke und samtenen Worte.  Ein Flirt in der Öffentlichkeit breche ich ab, weil es sich unnatürlich anfühlt, weil ich mit dir flirten möchte. Jeder noch so sexy  Typ lässt mich kalt, auch wenn  ich  mich nur an deinen vollgefutterten Bauch kuscheln  kann. Gerade weil ich  mich nur an deinen Bauch kuscheln  will.

Ich bekomme Angst, wenn  die  Minuten davon rennen sehe, wenn wir uns treffen und Panikattacken überrumpeln mich, wenn ich daran denke, es könnte alles vorbei  sein, bevor wir überhaupt  eine echte Chance hatten.

Was sagt die Zukunft Herr D.? WIRST DU AN MEINER SEITE SEIN, BEVOR DER TOD UNS SCHEIDET?
http://youtu.be/oghMW8I-IrE

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Erwartungen

Ich bin verwirrt.  Ich gebe mir Mühe, gehe andere Wege,  überschreite Grenzen.  Doch das Ziel bleibt in weiter Ferne.
Um mich selbst nicht zu verlieren,  werden meine Strukturen immer fester.  Arbeit-Sport-Schlaf. In Wochen in denen mein Kind da ist leicht variiert.  Arbeit-Kind-Schlaf.

Meine Wohnung ist meine Insel,  mein Bett die heilige Quelle, die mir Kraft gibt.

Alles andere versuche ich auszublenden.
Keine Erwartungen mehr,  keine Wünsche.
Ich versuche ehrlich an mir zu arbeiten,  an unserer Beziehung.
Denn T. ist der Mann den ich liebe und die Situation ist so wie sie ist.
Daran kann ich nichts ändern.
Ich habe es viereinhalb Jahre probiert.

Ich weiß aber auch,  dass ich an der Liebe nichts ändern kann.

Und so bin ich gezwungen im Hier und Jetzt zu leben.

Ich lerne meine Erwartungen abzustreifen und nicht an die Zukunft zu denken.
Ich lerne noch besser als zuvor in mein Innerstes zu hören.
Die sichtbaren Steine auf dem Weg bringen mich nicht mehr zum Stolpern. Ich gehe an ihnen vorbei.

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