Sand im Getriebe – was ich tue, wenn’s mal hakt

Neulich kam ich total euphorisch von den Tibetologen. Sch. einer der derzeitigen Dozenten und der Prof. hatten mich total ausführlich und begeistert beraten, wie ich meine Tibetischkenntnisse verbessern könnte und mir gleichzeitig L. empfohlen, der mir Nachhilfe in LE geben könnte. Extrem aufgeregt schrieb ich T. mich in einer ruhigen Minute anzurufen, damit ich ihm davon erzählen konnte. Als der Anruf kam, verpasste ich ihn leider. Das Telefon war stumm geschaltet. Doch T. versprach mir sich später nochmal zu melden.

Dieses Vorhaben stand leider unter schlechten Vorzeichen. Eigentlich hätte ich die Gewitterwölkchen am Himmel sehen sollen. Immer wenn ich zu begeistert bin, folgt der Dämpfer auf dem Fuße. Ich war für den Abend bereits verplant und ein Telefonat schwer zu arrangieren. Aber vielleicht hatte mein Schicksal mal Mitleid. Doch Pustekuchen.

Auch wenn ich von da an mein Handy mit Argusaugen beobachtete, kein Klingeln, Summen, Blinken verriet mir einen eingehenden Anruf. Bis ich schließlich keine Lust mehr hatte, zu warten und mit meiner besten Freundin S. ausging. Das Telefon diesmal tief in der Handtasche.

Erst auf dem Heimweg kramte ich es heraus und sah 5 Nachrichten von T. auf dem Display, bei denen er mir mitteilte, er würde jetzt (19:37 Uhr) Pizza für die Kids machen und ob ich es locker hätte im Moment. Locker wo? Der BH saß 1A und nach dem Essen mit meiner Freundin war die Hose eher etwas zu eng. Die letzten Meter würde ich lieber zu Fuß gehen.

Ich schrieb ihm also, dass ich in einer halben Stunde zu Hause wäre und ihn anrufen würde. Keine Reaktion darauf.

Zu Hause angekommen, schnappte ich mir mein Fixnet und klingelte an. In dem Moment passierten zwei Sachen gleichzeitig Ch.ging ans Telefon und T. schrieb mir, er wäre noch unterwegs. Hatte er nicht gemeint, er wäre dabei Pizza zu machen? Ch. erklärte mir, dass Pala mit den Kids unterwegs wäre und er Hausaufgaben machen müsste.

Während ich Ch.an einem Freitag Abend kurz vor neun dabei zuhörte, wie er Hausaufgaben machte und fleißig auf seinem Taschenrechner rumhackte, versuchte ich herauszufinden, wo T. die Pizza suchte. Es stellte sich heraus, dass er wie immer von seinen üblichen Vorhaben abgelenkt wurde und sich nun zum selbsternannten Migrosboten entwickelt hatte und Gutscheine für fünffach Punkte an Aja (tib. Schwester), Buju (tib. Bruder) und Amala  verteilte.

Ich war sauer! Er hätte brav wartend zuhause sitzen und mir meine Neuigkeiten von den Lippen saugen müssen. Stattdessen interessierte er sich für profane Cumuluspunkte. Die Migros werde ich von nun an als ernste Konkurrentin im Auge behalten.

Als er schließlich kam und Ch.  das Telefon übergab, folgte die übliche ermüdende Unterhaltung über Grundsätzliches, bei dem mein Puls immer mehr stieg und T. immer ruhiger wurde. Er fing, sogar an zu pfeifen. Er meinte, es wäre eine effektive Methode mein überhitztes Gemüt zu besänftigen. Zusätzlich zu seinem “Wir schlafen eine Nacht darüber!”, ist das die kontraproduktivste Sache, die man in einer Diskussion mit mir überhaupt machen kann. Das Getriebe fängt an zu haken und die Maschine rattert bedrohlich.

Hätte ich Korken in den Ohren- und Nasenlöchern, würde der entstandene Druck eine neue Art von Biowaffen entwickeln. Ich muss es ausdiskutieren. Doch dazu hatte T. keine Lust und noch weniger, Lösungen zu entwickeln. Für ihn war es ein Streit und der wird nur durch gesunden Schlaf behoben.

Warum buchen wir nicht einfach mal für Obama, Putin, Merkel und Co. ein schönes Hotel? Alle schlafen ein paar Nächte drüber und schon ist der Weltfrieden wieder hergestellt! Reden wird völlig überbewertet.

Aber vielleicht hat T. ja auch recht? Nicht umsonst heißt es, wer schläft, sündigt nicht.

Wir brachen unser Gespräch ab und gingen schlafen. Am nächsten Tag redete ich nicht. Ich ging aus! Mit A., einer Kollegin. Wir ließen gemütlich die letzten Ferientage ausklingen und beobachteten das Schaulaufen der Männer. Die dürftigen Nachrichten von T. quittierte ich einsilbig. Als ich kurz nach zehn nach Hause kam und schlafen wollte, ratet, wer da plötzlich Redebedarf hatte……

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