Prinzessin Lillifee gegen Klitschko – Traumwelt trifft auf Realität

Ich sehe T. vor mir. Seine wunderschönen braunen Augen strahlen mich an. Ich fühle die Wärme seiner karamellfarbenen Haut und spüre seine starken Arme. Sein Duft macht mich wahnsinnig. Vor allem am Nacken lassen mich alle Duftmoleküle erbeben.Alles in mir beginnt zu kribbeln und ich atme automatisch entspannter …

… bis ein rechter Haken meine Traumwelt trifft und die Blase platzt.

T. ist natürlich nicht da. Er ist auf Arbeit in der Schweiz. Und L. mein Sohn ist auch weg. Papa hat ihn geholt. Ich hocke allein zuhause und habe die Wahl zwischen Vor- und Nachbereitungen für die Schule oder einem Abend allein in der Stadt.

Kein Abend mi T. Amala hat zum Essen geladen.

Kein Abend mit L. Papa hat seine Tage.

Kein Abend mit S. oder A. Beide haben sich in dieser Woche mit ihrer neuen 1. Klasse abgekämpft und sind todmüde von all dem Gewimmel und Gewusel. Sie haben ein Date mit ihrem Bett.

Ich dagegen habe eine 3. Klasse. Die laufen fast von alleine. Auch wenn bei mir nichts läuft.

Im Moment frage ich mich, ob es noch schlechter werden kann.

Manchmal träume ich davon, T. und L. wären den immer  bei mir. Ich stell mir vor, ich würde von der Arbeit kommen und T. ist schon zuhause. Er hätte mir einen schönen Strauß Blumen auf den Tisch gestellt und freut sich einfach nur, dass ich da bin. Ich würde mit L. lernen und spielen, T. könnte trainieren  und auch Ch. würde sich mit seinem Schulkram herumschlagen. Nach dem gemeinsamen Abendessen wäre dann noch Zeit den Abend zu genießen.

Manchmal träume ich davon, dass ich mit T. vorm Altar stehe und dass Glück in seinen Augen sehe, weil wir endlich alle Hürden und Distanzen überwunden hatten. Nichts mehr als seine warme Hand in meinem Gesicht möchte ich spüren, wenn er mir sein Ja-Wort gibt.

Manchmal träume ich davon, ich wäre ein Teil seiner Familie. Aja würde mich einfach mal anrufen, um  zu schwatzen oder zu hören, wie es mir geht. Buju würde mich zum Grillen einladen und Amala wüsste meinen Geburtstag. Ich würde im Laden helfen und die Kinder hüten. Sie wären stolz auf mich. Auch wenn ich keine Tibeterin bin.

Manchmal träume ich davon, ich hätte Zeit mit T. Er würde nach 8 Stunden Arbeit den Laptop zu klappen und das Handy zur Seite legen, damit wir Stoff für kitschige Hollywoodfilme schreiben könnten.

Manchmal träume ich davon, ich könnte mich einigeln und erst wieder aufwachen, wenn alles überstanden ist…

…dann trifft mich die harte Rechte der Realität und ich wünschte, ich wäre mehr Klitschko als Lillifee…

 

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