Quo Vadis Karma? Eigentlich sollte es besser werden

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Als ich gegen 13:26 Uhr am Bahnhof ankam, hatte ich das Gefühl, die Welt würde untergehen.Geschätzte 100 Menschen drängten sich an den Ticketschaltern im Reisezentrum.Ich zog eine Nummer und stellte mich aufs Warten ein. 1536. Am Bildschirm leuchtete gerade die 1449 auf.
Ich nahm meinen Koffer und beschloss, mir erstmal etwas zu Essen für die Fahrt zu besorgen. In der Schlange vor dem Obst- und Gemüsestand beobachtete ich eine Bahnmitarbeiterin, die mit der Verkäuferin sprach.
Ein kleines Wort ließ mich aufhorchen. Ungefragt mischte ich mich ins Gespräch ein und hatte so innerhalb weniger Minuten einen Gemüsewrap und ein umgeschriebenes Ticket nach ZH. Das Karma schien sich doch noch positiv zu entwickeln. Nun hatte ich eigentlich bis 15:11 Uhr ausreichend Zeit und Ruhe, um auf meinen Zug zu warten. Eigentlich.Uneigentlich war ich so konstruiert, dass ich nicht in Ruhe warten und entspannen konnte, daher entschied ich, meine Platzreservierung am Schalter umschreiben zu lassen. Da sich die Warteschlange bisher nur unwesentlich vorwärts bewegt hatte, pendelte ich im 10-Minuten-Takt zwischen Esprit, dm, dem Buchladen und dem Reisezentrum hin und her, kaufte Zahnpasta, Lippenpfpflege und eine rote Bluse und schaute immer wieder nach dem Rechten. Als ich endlich am Schalter stand, waren nur noch 15 min Zeit bis zur Abfahrt und leider auch nur noch ein Platz bis Fulda frei.
Eigentlich wollte ich entspannt die Zugfahrt genießen. Eigentlich.Uneigentlich stand ich ab Fulda bis Mannheim in einem völlig überfüllten Abteil. Zwischendurch meckerte ich immer wieder T. über WhatsApp an, der meinen Stress nicht verstehen konnte und immer wieder fragte, ob ich schon in Schweiz wäre. Um meine Nerven zu beruhigen und mich abzulenken spielte ich HayDay bis zum Umfallen und hoffte, ich würde die Grenze erreichen, bevor das deutsche Personal in den Ausstand trat. Um 21:47 war ich in Basel und die Gefahr war vorüber.
Gegen 23:09 Uhr war ich endlich mit geringer Verspätung in ZH. T. holte mich mit einem Strauß Rosen am Bahnhof ab  Eigentlich hätte ich froh sein müssen. Eigentlich. Uneigentlich hatte mein Tag schon 18 Stunden, etwas Arbeit und jede Menge Stress auf dem Buckel, so dass ich alles nur wortlos entgegen nahm und nach Hause wollte. Es dauerte eine unendliche Weile, bis mich T.s Umarmungen und Zärtlichkeiten wieder auftauten. Ich war mir sicher, am kommenden Morgen würde mein Geist nicht wissen,  wo ich gerade war. Zu wenig Zeit war um sich wirklich auf diesen schnellen Wechsel einzustellen. Diese andere Form von Jetlag umgab mich seit 3 1/2 Jahren.
Die ersten beiden Tage sind in meinem Gedächtnis fast vollständig verblasst. Ich war wieder bei T. In der Schweiz. Nicht mehr allein.
Eigentlich hätte es mir gut gehen müssen. Eigentlich. Uneigentlich fuhr mein jetzt nach dem Arbeitsstress in den Stand-by-Modus und strafte mich mit Müdigkeit und Anzeichen einer Erkältung. Weder Schwimmbad noch wandern waren möglich, so dass ich schlief und T. allein mit den Kindern raus ging.
Am Montag arbeitete ich zuhause.Vorbereitungen für die nächsten Schulwochen. Mein Körper quittierte Arbeitsentzug grundsätzlich mit Krankheit, so dass ich ihm in homöopathischen Dosen etwas von seiner dringend benötigten Droge gab.
Für Dienstag und Mittwoch hatte sich T. frei genommen. D.h. er begann endlich seine Überstunden abzusetzen. Aber leider ist auch hier wieder alles anders, als es eigentlich sein müsste.
Da T. wie immer bis zur Halskrause in Arbeit steckte, wollte er am nur schnell noch am Dienstagmorgen ein paar Aufträge fertig machen und dann den Tag genießen. Und so arbeitete er bis 14:30 während ich inzwischen stinksauer allein nach Stadelhofen zog und von dort aus das Niederdorf eroberte. Ich liebe den See, die engen kleinen Gassen und die bunten Läden. Wie ein Magnet zieht es mich immer wieder hier her. Doch mein Karma lässt mich hier nicht sesshaft werden und zur Ruhe kommen.

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