Unausgesprochen

Un│aus│ge│sproch│en (dt.): 1. (neuroling.)  nicht in der Lage sein Gedanken und Gefühle ↑verbal zu äußern. Oft in Verbindungen zu  ↑Aphasien  zu betrachten. 2. (psych.) … all die Dinge, die ich dir nie sagte, aus ↑Furcht du würdest sie nicht oder falsch verstehen.  Jedes unserer Treffen endete damit, dass Worte, die sich in meinem Geist zu Sätzen formten, ihren Weg nach ↑Arkadien nicht fanden und statt der ↑Idylle der grünen Hügel, nur einsame Kreise in meinem Kopf drehten. Wenn wir uns unterhielten,  verließen nur unwichtige  ↑Phrasen unseren Mund, doch unseren Körpern war diese ↑Erkenntnis bewusst. Hölzern wie Marionetten gingen wir nebeneinander. Wir schauten aneinander vorbei, unfähig das anzusprechen, was uns auf dem Herzen lag. Etwas war zwischen uns geschehen. Verlegen wie Schulkinder  drückten wir uns vor unseren eigenen ↑Reflektionen, aus Angst sie könnten unsere Welt aus den Angeln heben. Biegsam  und geschmeidig wie Schlangen glitten wir um jede Gefahr und ließen uns selbst von Eisbergen nicht in den Untergang treiben. Doch die Zeichen sprachen gegen uns. Oder waren sie für uns?  ↑Sirenen begleiteten uns, wo immer wir gemeinsame Wege einschlugen. Die Gesetze der ↑Physik traten für uns außer Kraft. War es nur eine ↑Fata morgana oder ein Ausläufer Arkadiens? Wollten sie uns zum Sprechen zwingen? In solchen Momenten sah ich das Zittern in deinen Augen und den Zweifel, ob du richtig entschieden hattest, doch auch die Gewissheit und Stärke den Weg, den du begonnen hattest fortzusetzen. Ich konnte deine Kraft spüren. Doch war sie zugleich deine Schwäche, das ↑Dilemma in dem du stecktest. Waren meine Gedanken für dich auch wie ein offenes Buch?  Wie ein Kreuz trug ich seit geraumer Zeit meine Ideen mit mir, während am Wegesrand Hirten ihre Schafe weideten. Doch weder Rast noch Erlösung sollten meinem Pfad unterbrechen. Oft genug erwähnten wir im Scherz, was die Zunge eigentlich nie verlassen sollte, wonach die Seele sich aber sehnte. Sollte ich dich und du mich in diesen Augenblicken so falsch verstehen? Waren diese Szenen nur unser ↑Ventil den ↑Überdruck entweichen zu lassen oder ein winziger Versuch, dem anderen zu verdeutlichen, was eigentlich nie zu Wort kommen sollte.  Welch eine ↑Tortur für Körper und Geist.

Wir werden unseren ↑Status Quo wohl ewig aufrechterhalten. Mir ist das egal. Was auch geschieht, du gehörst zu mir.

Die Dinge werden sich nie ändern – doch Arkadien ich sah dich genau.

Et in Arcadia ego!

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