Niemand kann dich leiden

“Niemand kann dich leiden!” Dieser Satz hallt seit Stunden durch meinen Kopf. Nein – er hallt nicht, er zischt.
Er zischt wie von hunderten Schlangenzungen vervielfacht in meinem Gehirn. Meine Hände sind kalt, wenn ich die Schlangen wispern höre und mein Bauch verkrampft sich. 
Ich weiß nicht,  wie ich jemals wieder T. in die Augen schauen, geschweige denn Zärtlichkeiten austauschen soll.
So habe ich ihn noch nie erlebt.  Die Kälte kriecht durch meinen Körper, wenn ich an ihn denke.
Plötzlich weiß ich nicht mehr, mit welchem Mann ich da zusammen bin.
Ich bin mir sicher, dass dieser Satz nicht wahr ist, denn ich habe gute Freunde, auf die ich mich blind verlassen kann.
Dennoch haben mich diese vier Worte bis ins Mark erschüttert und mir den Boden unter den Füßen weggezogen.
Ich habe sicher eine Stunde ununterbrochen geweint und konnte selbst als ich meinen Sohn zur Schule brachte, die Tränen nicht unterdrücken.

Ich weiß,  wen T. mit NIEMAND meint.  Seine Familie.  Seine drei Kinder, die sich unentwegt als “Missgeburt” und “Dreckskinder” beschimpfen. Die sich wünschen, jeweils als Einzelkind in der Familie aufzuwachsen und den anderen mit Flüchen belegen wie “Ich wünschte du kommst ins Heim!”. Genau diese drei Kinder, die ihm im Bedarfsfall an den Kopf werfen, er sei asozial und die ihre Oma zum Teil meiden, weil sie finden, sie wäre gemein zur Mutter.

Es sollte mich also nicht stören, wenn ich jetzt auch beschimpft werde. Einen kleinen Vorgeschmack gab es ja schon zu Weihnachten,  als T.s Tochter über mich “MOTHERFUCKER B.” an den Spiegel schrieb, wofür sie im übrigen nie wirkliche Konsequenzen erfahren hat, weil sie sich gerade in einer schulischen Ausnahmesituation befand und T. sie mit Strafen nicht noch mehr belasten wollte.

Aber das Ganze stört mich. Denn die Worte kamen von T.
Seit längerem,  sagen meine Freunde, ich soll nach Hause kommen. Meine Mutter fragt intuitiv,  ob es mir gut geht,  weil sie fühlt, dass ich langsam zusammenbreche.

Und doch habe ich gehofft, es würde sich etwas ändern.

Seit heute morgen fehlt diese Hoffnung.  Mein Kopf ist leer. Ich habe Angst vor einem Zusammentreffen mit T., weil ich weiß,  dass wir uns nie wirklich verstehen werden.

Er streut Lockmittel und erzählt mir,  dass die Kinder groß werden und er keine Rücksicht mehr auf ihre Befindlichkeiten legen  muss.
Im Moment werde ich noch wie ein krankes Tier von der Herde separiert.  Wenn seine Kinder nicht wollen, dass ich da bin, werde ich vertröstet und Termine verschoben. Ob ich Ostern, Weihnachten oder Urlaub mit T. erleben darf ist ein Glücksspiel.  Je nach Laune der Kinder, darf ich Teil der Familie sein. Seine Kinder bestimmen den Weg.
Auch wenn ich seit fast vier Jahren mit T. zusammen bin, habe ich noch keinen einzigen Geburtstag mit ihm gefeiert, weil ich blöderweise am gleichen Tag wie sein ältester Sohn geboren bin.

Nun soll ich mich mit dem Gedanken zufrieden geben,  dass  sie größer werden.
Sein Jüngster wird in diesem Jahr 11.

Für mich, wenn ich mich nicht entgültig trenne, nur die Perspektive die nächsten 7 Jahre allein zu verbringen.

Frohe Ostern, schönen Urlaub, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und frohe Weihnachten mir selbst.
DIE WELT LIEBT DICH! DU MUSST NUR EIN PAAR JAHRE WARTEN.

https://youtu.be/fOIW1yIyHF8

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