Erinnerungen

Irgendwie  war alles ein wenig  viel in letzter  Zeit.  22 Elterngespräche, das Kribbeln in den Beinen,  die Weihnachtsaufführung in der Schule, der Einbruch, L.s Krankheit  und  sein Aufenthalt  im  Krankenhaus.  Stoisch habe ich alles geregelt, ertragen und  in mich reingefressen. Zu viel so hat mein Körper  entschieden und der Arzt hat mich ins Krankenhaus  überwiesen.

Eigentlich  sollte  es nur eine Lumbalpunktion  werden. Eigentlich. Am Ende waren es dann doch noch etwa 20 Blutproben, 2 MRT, 1 ENG, 1 MEP, 1 VEP, Anamnesen und etwa 8 verschiedene Medikamente.  Darunter 2 verschiedene  Antibiotika und Steroide. 1g pro Tag intravenös. 3 Tage lang. Wenn ich vorher geglaubt  habe, ich würde im Krankenhaus  verrückt,  weil  dort nur alte, hilflose  Menschen  lagen, die Ärzte und Pfleger kaum Informationen  zu  meinen Untersuchungsergebnissen herausrücken und ich größtenteils wieder allein alles in mich reinfrass, wusste ich jetzt was Panik bedeutete.

Etwa einen Tag nach  dem  ich die  Klinik  verlassen  hatte, begann es. Ich hatte nicht damit gerechnet.  Froh das ich L. endlich  wieder hatte und  hoffnungsvoll  in die Zukunft blickend, dass ich auch T. bald wieder in die  Arme  schließen  könnte, erwischte  mich der Entzug eiskalt.

In der Klinik hatte man nach 3 Tagen aufgehört mir Steroide zugeben. Die Dosis wurde abrupt  abgesetzt. Kein Ausschleichen. Die Panik kam plötzlich.  Ich wollte Zähne putzen, als das Herzrasen und die Angst begann.  Mein Puls war niedrig. Ich wusste  nicht  was ich machen  sollte.  In dem Moment riefen  S. meine beste Freundin,  meine Mutter und T. gleichzeitig  an. S. merkte wie ernst es war und schickte ihren Mann, mich und meinen Sohn abzuholen.  Die Nacht verbrachten wir in ihrer Obhut.

ICH DANKE DIR SCHATZ, DAS DU IMMER  FÜR MICH DA BIST. EINE FREUNDIN WIE DICH SCHICKT  DER HIMMEL.

Am Tag darauf wähnte ich mich auf dem Weg der Besserung. Nachdem  sowohl Hausarzt, als auch Neurologe meinten, es handele sich um übliche Absetzerscheinungen und der Tag ruhig verlief, erwischte  mich die Nacht eiskalt. Zum Herzrasen kamen Zittern, Schmerzen und das Gefühl, verschiedene Körperteile wären taub. Meine Mutter war bei mir und passte auf mich und L. auf.

Ich dachte, ich würde die Nacht nicht überleben. Im Dunkel saß ich  im Bett und flüsterte zu meiner  Mama:”Mutti, bitte lass mich nicht allein.”

Am Morgen  ließ  ich L. von meinem Ex H. abholen. Ich wollte, dass er sicher ist, sich keine Sorgen macht. Ich gab H. auch letzte Wünsche für L. mit. Ich war mir icher, ich würde das nicht überleben.

Mit meiner Mutter zog ich in die Notaufnahme.  Erst hier erfuhr ich nach zwei Tagen  das letzte Ergebnis  meiner Untersuchungen  und wann ich die restlichen  Tabletten  absetzen dürfte.

DANKE MAMA, DASS DU DA WARST.

Im Laufe der Woche normalisierte sich alles wieder. Die Sehnsucht nach L. und T. wuchs und ich wünschte  mir nichts sehnlicher, als beide in die Arme zu schließen.

Auf T. warte ich noch heute. In wenigen Tagen ist Losar, das tibetische Neujahr. In genauso wenigen Tagen beginnen die Winterferien. Ich wollte L. und die Koffer schnappen und zu T. reisen.

Doch diese Pläne sind hinfällig. Nun weiß  ich  nicht  mehr,  was ich machen soll.

T. sehnt sich nach mir. Seine Familie  kann gut und gerne auf mich verzichten. Besonders an Losar. Ich bin ein guter Mensch, aber die Chemie stimmt nicht. So einfach ist die Sache.

Ich habe mich bemüht, seit dem ersten  Treffen in dem ich im babylonischen Sprachengewirr untergegangen bin und  mich wie ein verängstigtes Tier vor dem Jäger gefühlt habe, bin auf sie zu gegangen, habe geholfen, war höflich, habe abgewartet, dass sie einen Schritt in meine Richtung  machen.

ABER DIE CHEMIE STIMMT  NICHT.

T. sagt er verbringt das Fest mit mir, ohne seine Familie.  Sie sollen endlich merken ,wwie wichtig ich ihm bin. Nach fünf Jahren.

ABER IST DAS RICHTIG?

 

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